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1526

1526

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 2. Juli: Niederlage des Bauernführers Michael Gaismair in der Schlacht bei Radstadt im Salzburger Land; Ende des Bauernkrieges in Tirol
- 21. August: Alonso de Salazar entdeckt die Marshallinseln
- 29. August: Die Türken unter Süleyman dem Prächtigen siegen in der Schlacht bei Mohács über die Ungarn. Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen, ertrinkt auf der Flucht. Durch Erbfolge beziehungsweise Wahl (in Böhmen) fallen die Königreiche an seinen Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg
- Philipp Melanchthon gründet in Nürnberg das erste Gymnasium, das nach ihm benannte Philipp-Melanchthon-Gymnasium

Geboren


- 25. Januar: Adolf I., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf († 1586)
- 11. März: Heinrich Rantzau, Herr auf Breitenburg († 1904)
- 31. Juli: August I., von 1553 bis zu seinem Tod Kurfürst von Sachsen († 1586)
- Hans Vredeman de Vries, Maler

Gestorben


- 19. Mai: Go-Kashiwabara, 104. Kaiser von Japan (
- 1464)
- 4. August: Juan Sebastián Elcano, spanischer Seefahrer (
- 1476)
- 29. Dezember: Johannes Butzbach, deutscher Schriftsteller (
- 1478)
- Konrad Grebel: Er gilt als Mitbegründer der Täuferbewegung. (
- um 1498)
- um 1526: Pedro Alvares Cabral: portugiesischer Seefahrer, einer der Entdecker von Brasilien (
- um 1467) ko:1526년

Kategorie:1526



Michael Gaismair

Michael Gaismair (auch Michael Gaismayr,
- 1490 in Tschöfs bei Sterzing; † 15. April 1532) war Bauernführer in Tirol und Salzburg in der Zeit des Deutschen Bauernkriegs. Geboren wurde Michael Gaismair als Sohn eines Bergwerksunternehmers und Landwirts. Er arbeitete zunächst als Schreiber in Bergbau und Landesverwaltung, ab 1524 als Sekretär des Fürstbischofs von Brixen.

Peter Paßler

Als ein Mitglied der Familie Paßler aus dem Antholzer Tal nahe Bruneck seines Amtes als bischöflicher Fischer enthoben und die Stelle neu besetzt wurde, führte dies zu schweren Auseinandersetzungen der Familie unter Führung von Peter Paßler mit dem neuen Fischer und der bischöflichen Obrigkeit, bis hin zu Mord und Brandlegung. Im Gegenzug wurden Mitglieder der Familie für friedlos erklärt, gefangengenommen und exekutiert. Auch Peter Paßler wurde gefangengenommen. Am 9. Mai 1525 wurde in Brixen sein Todesurteil verkündet. Am 10. Mai 1525, kurz vor Paßlers Hinrichtung, wandten sich die aufgeregten Bauern aus Brixen und Umgebung gegen den Bischof. Peter Paßler wurde befreit und schloss sich den Aufständischen an. Später wurde er von einem seiner eigenen Leute ermordet.

Gaismairs Landesordnung

Nachdem Gaismair am 13. Mai zum Feldobristen der aufständischen Bauern gewählt worden war, erreichte er eine Einberufung des Landtags in Innsbruck im Juni 1525. Dort forderte er vom Tiroler Regenten Erzherzog Ferdinand I. unter anderem:
- Gleichheit vor dem Gesetz, und die Erstellung eines Gesetzbuches
- Privilegienabbau der Adeligen
- Wahl der Richter, und eine Besoldung die sie von Strafeinnahmen unabhängig macht
- die Abschaffung der weltlichen Macht der Kirche
  - Wahl der Pfarrer durch das Volk
  - Abgaben an die Kirche nur für soziale Einrichtungen Zwar endete der Landtag mit einem Kompromiss, doch im August 1525 ließ Ferdinand I. Gaismair in Innsbruck festnehmen, machte seine Zusagen rückgängig und ging mit Söldnern gegen die aufständischen Bauern vor. Nach mehreren Wochen in Gefangenschaft gelang Gaismair die Flucht, und er setzte sich in die Schweiz ab. Gaismair nahm Kontakt mit dem Schweizer Reformator Ulrich Zwingli auf, mit dem Plan einer demokratischen Neuordnung Tirols und Salzburgs am Beispiel Graubündens und Venedigs. In seinem Entwurf einer neuen Tiroler Landesordnung vom 9. Mai 1526 konzipierte Gaismair einen egalitären, christlich-demokratischen Knappen- und Bauernstaat. Er sammelte erneut Getreue um sich, und unterstützte im Frühjahr 1526 den Aufstand der Bauern in Salzburg. Zwar gelangen Gaismair in Mai und Juni erfolgreiche Gefechte gegen mehrere heranrückende Heere, während er Radstadt belagerte, schließlich wurde er aber am 2. Juli 1526 in der Schlacht bei Radstadt vernichtend geschlagen. Gaismair entkam über die Alpen nach Venetien und versuchte in den nächsten Jahren noch mehrmals vergeblich von Graubünden, der Toskana und Venedig aus erneut Aufstände anzuzetteln. Als Venedig 1529 Frieden mit den Habsburgern schloss, zog sich Gaismair endgültig auf ein Landgut in der Nähe von Padua zurück. Nach mehreren fehlgeschlagenen Attentaten wurde Gaismair am Morgen des 15. Aprils 1532 auf den Stufen der Freitreppe seines Anwesens in Padua von bezahlten Mördern überfallen und erstochen.

Historische Betrachtung

Wegen seines Kampfes gegen herrschende Monarchie und Kirche wurde Gaismair von der Geschichtsschreibung seiner Zeit weitgehend ignoriert. Jahrhunderte später instrumentalisierten sowohl Nationalsozialisten als auch Kommunisten seine Geschichte für ihre Zwecke, erstere aufgrund Gaismairs Kampf gegen den Juden Graf Salamanca, Berater von Ferdinand I., letztere aufgrund seiner Forderung, die Gemeinschaft vor individuelle Interessen zu stellen. Seit den 1950er Jahren wird versucht seine Geschichte objektiver zu beleuchten, in Folge wurde 1976 die Michael-Gaismair-Gesellschaft gegründet. Im Sommer 2001 wurde anläßlich der Tiroler Volksschauspiele in Telfs ein vom österreichischen Autor Felix Mitterer geschriebenes Stück über den Aufstieg und Fall Gaismairs uraufgeführt. Siehe auch: Deutscher Bauernkrieg

Weblinks


-
- [http://plato.kfunigraz.ac.at/dp/NEUZEIT/DOCS_E/GAISMAIR.HTM Michael Gaismairs zweite Landesordnung] Gaismair, Michael Gaismair, Michael Gaismair, Michael Gaismair, Michael Gaismair, Michael

Salzburg (Bundesland)

Das Land Salzburg (auch Salzburger Land) ist ein Bundesland Österreichs. Sein Hauptfluss ist die Salzach, welche in den Inn mündet. Das Land Salzburg grenzt an Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, (Nord- und Ost-)Tirol, Bayern und Italien (Südtirol). In seinem Süden verlaufen die Gebirgszüge der Zentralalpen (Hohe Tauern) mit vielen Dreitausendern, im Osten und Norden Dachstein-Massiv und Berchtesgadener Alpen.

Geschichte

Die Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den Kelten stammt der älteste Name der Stadt: Iuvavum. Durch Anlage des Erzstifts St. Peter und des Frauenklosters auf dem Nonnberg in den Ruinen des römischen Juvavum gründete der hl. Rupert um 690 ein Bistum, das 798 Erzbistum wurde. Erzbischof Eberhard II., einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es 1200 bis 1246 aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet als geistliches Fürstentum aufzubauen. Als Fürst-Erzbistum entwickelte sich zu einem kirchlich-weltlichen Pufferstaat zwischen Bayern und den Habsburger Landen. 1462 und 1525/26 kam es zu Bauernaufständen. Fürsterzbischof Leopold Anton Graf von Firmian erzwang 1731/32 die Auswanderung von rund 20.000 Protestanten (Exulanten). Wirtschaftlich war im 16. Jh. nicht nur das Salz von Bedeutung, sondern auch der Goldabbau im Gasteiner Tal. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa. 1803 kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana, 1805 mit Berchtesgaden zu Österreich. 1810 kam es zu Bayern, 1816 (nach dem Wiener Kongress) kam es ohne Berchtesgaden und den westlichen Flachgau wieder zu Österreich. 1849 wurde es österreichisches Kronland, 1920 Bundesland. Das kirchliche Erzbistum selbst wurde 1807 auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang 1818 und 1825 neu organisiert. Siehe auch: Erzdiözese Salzburg

Politik

Siehe auch: Landeshauptmann von Salzburg, Nationalpark Hohe Tauern

Bevölkerung

Verwaltung

Das Land Salzburg ist in fünf politische Bezirke und eine Statutarstadt (Salzburg) gegliedert.

Bezirke


- Salzburg-Stadt (Landeshauptstadt)
- Salzburg-Umgebung (Flachgau)
- Hallein (Tennengau)
- St. Johann im Pongau (Pongau)
- Zell am See (Pinzgau)
- Tamsweg (Lungau) Siehe auch: Gemeinden im Land Salzburg, Salzburger Landeshymne

Weblinks


- [http://www.salzburg.gv.at/ Salzburger Landesregierung]
- [http://www.oberpinzgau.de/Salzburg/Salzburger-Land.htm Salzburger Land Reiseinformationen]
- [http://www.salzburg.gv.at/sagis/ Geoinformationssystem Salzburg (Luftbilder etc.)] Kategorie:Österreich ! Kategorie:Bundesland in Österreich als:Salzburg

Tirol

Tirol ist eine Region in Mitteleuropa, die sich über Staatsgrenzen hinweg im Westen Österreichs und im Norden Italiens ausdehnt. Ursprünglich unter einer Herrschaft, wurde sie nach dem Untergang von Österreich-Ungarn nach dem 1. Weltkrieg durch den Friedensvertrag von St. Germain auf zwei Staaten aufgeteilt: # Nordtirol und Osttirol im Land Tirol (heute: Bundesland Tirol) zur neuen Republik Deutschösterreich bzw. Republik Österreich; # Provinz Bozen - Südtirol zusammen mit Trentino, das seit 1803 ebenfalls zu Tirol gehörte, zur Republik Italien (heute: autonome Region Trentino-Südtirol); Landschaftlich ist Tirol durch die Alpen geprägt. Tirols höchste Berge sind der Ortler und die Königsspitze in Südtirol; der Großglockner in Osttirol und die Wildspitze in den Ötztaler Alpen in Nordtirol gelegen. Der Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Siehe auch: Tiroler Landeshymne

Geschichte

Tirol ist seit Jahrtausenden besiedelt, wie unter anderem der Fund des "Ötzi" beweist. Die ersten nachweisbaren Stämme waren die Illyrer, die um etwa 800 v. Chr. in Tirol siedelten. Die damalige Kultur wird von Historikern als Fritzens-St. Zeno-Kultur bezeichnet. Sie verfügten über Weinfässer, die später von den Römern übernommen wurden und über ein eigenes Alphabet.

Römerzeit

Im Jahr 15 v. Chr. wurde das Gebiet von den Römischen Feldherren Drusus und Tiberius erobert und auf die römischen Provinzen Rätien und Noricum aufgeteilt. Meran, Bozen und der äußerste Süden des Landes gehörten zur Provinz Venetia et Histria. In dieser Zeit übernahmen die in Tirol lebenden illyrischen Stämme das Vulgärlatein und verbanden es mit ihrer eigenen Sprache. Daraus wurde dann das noch heute gesprochene Rätoromanisch. In der Spätantike (ab 476 n. Chr.) gehörte Tirol zum italienischen Reich der Ostgoten. Nach dessen Zusammenbruch (550/553) erfolgte von Norden her die Einwanderung der Baiern.

Mittelalter

Seither gehörte der weitaus größte Teil Tirols zum Herzogtum Bayern. Die neue bayerisch-italienische Grenze lag unmittelbar südwestlich von Bozen. Eppan, Kaltern und Salurn blieben italienisch, das Fassatal wurde bayrisch. Die Christianisierung erfolgte durch die Bischöfe von Brixen und Trient. Der Grenzverlauf blieb auch während der Karolingerzeit und der Ottonenzeit unverändert. 1027 trennte Kaiser Konrad II. zwecks Sicherung der Brennerroute das südlich angrenzende Bistum Trient von Italien ab und schlug es dem deutschen Reichsteil zu. In der Folge fiel auch das Etschtal zwischen Meran bzw. Bozen im Norden und Deutschmetz (Mezzocorona) im Süden an Bayern. Im 12. Jahrhundert entstand im südlichen Teil des Herzogtums die Grafschaft Tirol, ausgehend von Schloss Tirol bei Meran. Die Grafen von Tirol waren zunächst Vögte der Bischöfe von Brixen und Trient, erweiterten aber ihr Land bald auf Kosten der Bischöfe und konkurrierender Adelsfamilien, wie der Eppaner und machten sich von ihnen wie auch vom bayrischen Herzog unabhängig (Absetzung Heinrich des Löwen 1180). 1228 traten sie die Saalforste an die Wittelsbacher ab; diese Gebiete gehören noch heute dem Freistaat Bayern. 1253 wurden sie von den Grafen von Görz (Meinhardiner) beerbt, nach dem Aussterben ihrer männlichen Linie kam das Land abwechselnd an die Luxemburger und an die Wittelsbacher. 1363 vermachte die Tochter des letzten Meinhardiners, Margarethe von Tirol (Margarethe Maultasch) ihr Land an den Habsburger Rudolf IV.. Zum Zeitpunkt des Übergangs an die Habsburger war die Grafschaft Tirol ein geschlossenes Territorium mit etwa der heutigen Größe. Das Unterinntal unterhalb von Schwaz gehörte allerdings weiterhin zu Bayern, das Zillertal zu Salzburg. Brixen und das Pustertal waren bischöfliche Territorien bzw. Teil der Grafschaft Görz. Dafür war das Montafon tirolisch. Unter den Habsburgern hatte das Gebiet große strategische Bedeutung, da es nicht nur an vielen wichtigen Alpenpässen Anteil hatte, sondern auch eine Landbrücke in ihre alemannischen Besitzungen darstellte. 1406, im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde es wieder zu einer eigenen Herrschaft, in der die Landstände, zu denen in Tirol auch die Großbauern gehörten, bedeutende Mitspracherechte hatten. Friedrich IV. verlegte seine Residenz nach Innsbruck, das von da an Meran überflügelte.

Neuzeit

1500, mit dem Stammland der Görzer, fielen auch Lienz und das Pustertal an Habsburg und wurden mit Tirol vereinigt (strategische Landbrücke von Wien nach Mailand). Nachdem mit dem Verzicht Herzog Siegmunds 1490 das Land wieder an die Hauptlinie zurückgefallen war, wurde Innsbruck sogar Residenz Kaiser Maximilians I.. Mit dem Gewinn der Herrschaften Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg von Bayern wurde das Gebiet abgerundet. Die Reformation ging über Tirol sehr oberflächlich hinweg, nur die Bergleute neigten den Lehren der Täufer zu. 1564 wurde Tirol mit Vorderösterreich an Ferdinand, dem jüngsten Sohn Ferdinands I. übergeben, der aber aufgrund seiner morganatischen Ehe mit Philippine Welser keine erbberechtigten Nachkommen hatte. Nach seinem Tod herrschten mehrere Statthalter aus habsburgischem Hause, von denen einer, Leopold V. von Habsburg sich erneut zum Landesherren aufschwingen konnte. Diese Nebenlinie starb aber mit seinem jüngeren Sohn Sigismund Franz schon wieder aus. 1796/1797 griffen die Franzosen Tirol zum erstenmal an und besetzten einige Ortschaften. Die Tiroler Landesverteidigung konnte sie wieder vertreiben. Sigismund Franz Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurden die Bistümer Brixen und Trient, die ohnehin unter Tiroler Oberhoheit gestanden hatten, offiziell dem Land angegliedert. 1805, nach der Niederlage gegen Napoleon musste das Land an Bayern wieder abgetreten werden. Die Abtretung wure im Frieden von Preßburg (26. Dezember 1805) festgelegt.

Tiroler Volksaufstand

1809 entlud sich der Widerstand gegen die bayerische Politik unter dem Grafen Maximilian von Montgelas im Tiroler Volksaufstand, der von Andreas Hofer, Josef Speckbacher und Pater Joachim Haspinger angeführt wurde. Der Volksaufstand wurde auch vom konservativen Klerus unterstützt, aber vor allem vom österreichischen Hof in Wien zuerst aufgestachelt, dann aber im Stich gelassen. Die entscheidende Niederlage erlitten die österreichischen und Tiroler Truppen bei Wörgl am 13. Mai. In Folge kamen Teile des Landes vorübergehend an Italien und an die Illyrischen Provinzen Frankreichs; 1814 wurde das Land aber wiedervereinigt und kam zurück zurück an den Vielvölkerstaat Österreich. Das seit alters Salzburger Zillertal fiel mit Salzburg 1805 an Österreich und 1810 an Bayern. (Wohl) 1814 kam es (innerhalb Österreichs) an Tirol. Es gab jedoch auch kleinere Erfolge der Tiroler, wie zB. im "Giggler Tobl" wo die Frauen und Kinder des Paznauns mit Steinlawienen und anderen primitiven Waffen die Bayern aus ihrem Tal hielten.

Teilung in Nord- und Südtirol

1919, im Friedensvertrag von St. Germain kam das Gebiet südlich des Brenners an Italien. Italien hatte ungeachtet der viel weiter südlich verlaufenden deutsch-italienischen Sprachgrenze die Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer als seine Nordgrenze beansprucht und den Alliierten vorgegaukelt, die Sprachgrenze verlaufe am Alpenhauptkamm (siehe Londoner Geheimverträge). Seither ist das Land Tirol geteilt; auch weitere Versuche nach dem Zweiten Weltkrieg, zumindest den deutschsprachigen Gebietsteil an das neu entstandene Österreich anzugliedern, scheiterten; im Gegenzug konnte 1948 und 1972 (1. und 2. Autonomiestatut) eine – seither noch bedeutend ausgebaute – Autonomie für Südtirol erreicht werden (Gruber-De Gasperi-Abkommen). Heute hat Tirol wieder eine schwache eigene Organisationsform als Europaregion (Euregio) gefunden. Zur detaillierten Geschichte nach 1919, siehe Bundesland Tirol, Geschichte Osttirols und Geschichte Südtirols

Grafen von Tirol


- Albert I. Mitte 11. Jh.
- 1055-1101 Albert II.
- 1101-1165 Albert III.
- 1165-1180 Berthold
- 1180-1202 Heinrich I.
- 1202-1253 Albert IV.
- 1253-1258 Meinhard I.
- 1257-1295 Meinhard II.
- 1295-1310 Otto
- 1310-1335 Heinrich II.
- 1335-1363 Margarethe Luxemburger
- 1335-1341 Johann Heinrich Wittelsbacher
- 1341-1361 Ludwig
- 1361-1363 Meinhard III. Habsburger
- 1363-1365 Rudolf IV.
- 1365-1386 Leopold III.
- 1386-1395 Albrecht III.
- 1386-1406 Wilhelm Habsburgische Nebenlinien in Tirol
Ältere Tiroler Linie
- 1402-1439 Friedrich IV.
mit der leeren Tasche
- 1439-1490 Siegmund
der Münzreiche Ferdinand II. von Tirol und habsburgische Statthalter
- 1564-1595 Ferdinand II. (Tirol)
- 1602-1618 Maximilian III. (Habsburg), Statthalter
Jüngere Tiroler Linie
- 1619-1632 Leopold V. (Habsburg), Statthalter, ab 1626 Landesfürst
- 1646-1662 Ferdinand Karl
- 1663-1665 Sigismund Franz

Kultur

Wichtige Persönlichkeiten:
- Reimmichl (Volksdichter)
- Felix Mitterer (Dramatiker) Liste bekannter Tiroler
Siehe auch: Österreichischer Volkstanz

Weblinks


- [http://www.tirol.gv.at/default.shtml Amt der Tiroler Landesregierung]
- [http://www.tirolwiki.at Tirol Wiki - Ein öffentlicher Raum]
- [http://www.tirol.at/ Tirol.at - Urlaubsland Tirol]
- [http://www.europaregion.info/ Europaregion Tirol]
- [http://tirolatlas.uibk.ac.at/ Tirol Atlas f. Gesamttirol]
- [http://www.geschichte-tirol.com/ www.geschichte-tirol.com]
- Nachrichtendienst, Pressemeldungen, Informationen, Diskussionen aus Tirol: [http://www.grossraum.imzoom.info www.grossraum.imzoom.info] Kategorie:Region Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Historische Landschaft als:Tirol ja:ティロル


Alonso de Salazar

Alonso Toribio de Salazar war ein spanischer Forscher und Entdecker. Er war der erste Europäer, der am 21. August 1526 die Marshallinseln entdeckte. Als Kommandant der Santa Maria de la Victoria ist nicht überliefert, ob de Salazar gelandet ist. Nach seiner Aussage sichtete er das Bokak Atoll. Von einer Weltumsegelung unter Frey Garcia Jofre de Loaysa, die zum Ziel hatte, die vorherige von Ferdinand Magellan zu erweitern, kehrte sein Schiff als einziges wieder zurück. Salazar, Alonso de Salazar, Alonso de Salazar, Alonso de

29. August

Der 29. August ist der 241. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 242. in Schaltjahren). Somit verbleiben noch 114 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1526 - In der Schlacht bei Mohács (Ungarn) siegen die Osmanen über das ungarische Heer.
- 1533 - Der gefangene Atahualpa, ein Herrscher des Inkareiches, wird in Cajamarca von Spaniern mit der Garotte erdrosselt
- 1622 - In der Schlacht bei Fleurus liefern sich die Truppen von Ernst von Mansfeld und Christian von Halberstadt sowie die spanischen Truppen unter General Córdoba ein verlustreiches Gefecht.
- 1756 - In Europa beginnt der Siebenjährige Krieg.
- 1778 - James Cook tritt die Rückreise nach Hawaii an, nachdem er als erster mit einem Schiff aus Westeuropa die Beringstraße erreicht hat.
- 1842 - Mit der Unterzeichnung des Vertrags von Nanking zwischen China und England wird der Erste Opiumkrieg beendet.
- 1882 - Landung britischer Truppen in Port Said; Beginn der Besetzung der Sueskanalzone
- 1900 - In Mailand wird der Anarchist Gaetano Bresci wegen seines tödlichen Attentats auf König Umberto I. verurteilt.
- 1944 - Der Slowakische Nationalaufstand beginnt.
- 1944 - Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy entlässt die nazifreundliche Regierung Sztójay und ernennt den ihm treuen General Géza Lakatos zum Ministerpräsidenten
- 1949 - Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe.
- 1990 - Das Atom-Testgeländes bei Semipalatinsk, Kasachstan, wird geschlossen.
- 1995 - Ein Attentat auf Eduard Schewardnadse in Georgien scheitert.

Wirtschaft


- 1885 - Patentierung des Motorrads; erfunden von Gottlieb Daimler
- 1924 - Die Büchergilde Gutenberg wird vom Bildungsverband der deutschen Buchdrucker in Leipzig gegründet, um einfachen Leuten durch billige Bücher den Zugang zur Bildung und Kultur zu ermöglichen.

Wissenschaft und Technik


- 1970 - Die DC-10 absolviert ihren Jungfernflug.

Kultur


- 1775 - Uraufführung der Oper "L'incontro improviso" (Die unverhoffte Zusammenkunft) von Joseph Haydn in Esterház.
- 1787 - Uraufführung von Friedrich Schillers Drama "Don Carlos (Schiller)" in Hamburg
- 1861 - Uraufführung der Oper "Die Verschworenen oder Der häusliche Krieg" von Franz Schubert in Frankfurt am Main.
- 1952 - Premierenaufführung des Films "Casablanca" in Deutschland.
- 1966 - Die Beatles geben in San Francisco ihr letztes gemeinsames öffentliches Konzert.

Religion


- 1261 - Der gebürtige Franzose Jacques Pantaléon wird von einem nur siebenköpfigen Kardinalskollegium zum Nachfolger von Papst Alexander IV. gewählt und nimmt den Namen Urban IV. an. Er ist der letzte Papst, der nicht vorher Kardinal war.

Katastrophen


- 1996 - Spitzbergen, Norwegen. Eine russische Tupolew Tu-154 prallt gegen einen Berg. Alle 141 Menschen an Bord sterben.
- 1998 - Quito, Ecuador. Eine kubanische Tupolew Tu-154 schießt beim Start über die Landebahn hinaus und stürzt auf bewohntes Gebiet. Bei dem Unglück sterben 72 Menschen aus dem Flugzeug und 10 Anwohner. 18 Passagiere überleben.
- 2005 - Der Hurrikan Katrina trifft auf New Orleans/Louisiana und Mississippi und führt dort zu schweren Überschwemmungen. Tausende Menschen sterben.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik
- 1434 - Janus Pannonius, ungarischer Theologe und Lyriker († 1472)
- 1609 - Sassoferrato, italienischer Maler († 1685)
- 1619 - Jean-Baptiste Colbert, französischer Staatsmann und Begründer des Merkantilismus, Colbertismus († 1683)
- 1632 - John Locke, englischer Philosoph († 1704)
- 1756 - Friedrich Heinrich von Bellegarde, österreichischer Graf und Vizekönig von Lombardei-Venedig (1815-1816)
- 1767 - Antoine de Saint-Just, französischer Revolutionär
- 1776 - Georg Friedrich Treitschke, deutscher Librettist (Fidelio)
- 1780 - Jean Ingres, französischer Maler
- 1805 - Frederick Maurice, englischer Theologe († 1872)
- 1809 - Oliver Wendell Holmes, US-amerikanischer Arzt und Schriftsteller
- 1862 - Maurice Maeterlinck, belgischer Dichter
- 1862 - Andrew Fisher, australischer Premierminister 1908-1909, 1910-1913 und 1914-1915
- 1866 - Hermann Löns, deutscher Schriftsteller
- 1876 - Charles Kettering, US-amerikanischer Ingenieur, Wissenschaftler, Erfinder und Philosoph († 1958)
- 1881 - Edvin Kallstenius, schwedischer Komponist
- 1885 - Hans Jahn, deutscher Politiker der SPD, MdB
- 1888 - Gunichi Mikawa, japanischer Admiral
- 1898 - Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur († 1959)
- 1903 - Ernst Kreuder, deutscher Schriftsteller
- 1904 - Werner Forßmann, deutscher Herzchirurg, Nobelpreis für Medizin 1956
- 1905 - Al Taliaferro, US-amerikanischer Comic-Zeichner (Donald Duck)
- 1905 - Hermann Berg, deutscher Politiker (FDP, DP), MdB
- 1906 - Ingo Braecklein, deutscher Bischof
- 1912 - S. Corinna Bille, schweizerische Schriftstellerin
- 1912 - Sohn Kee-chung, koreanischer Marathonläufer
- 1912 - Emil Schumacher, deutscher Künstler
- 1915 - Ingrid Bergman, schwedische Filmschauspielerin
- 1916 - George Montgomery, US-amerikanischer Schauspieler
- 1916 - Consuelo Velázquez, mexikanische Komponistin († 2005)
- 1920 - Charlie Parker, US-amerikanischer Musiker († 1955)
- 1923 - Richard Attenborough, britischer Schauspieler und Regisseur
- 1924 - Dinah Washington, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Adolf Bieringer, deutscher Politiker, CDU, MdB
- 1928 - Klaus Bölling, deutscher Journalist und Regierungssprecher von Helmut Schmidt
- 1928 - Aaron Victor Cicourel, amerikanischer Soziologe
- 1929 - Thom Gunn, britischer Lyriker
- 1933 - Arnold Koller, schweizerischer Politiker (CVP), Bundesrat 1987-1999
- 1934 - Horst Szymaniak, deutscher Fußballspieler
- 1936 - John McCain, US-amerikanischer Senator
- 1937 - James Florio, US-amerikanischer Gouverneur
- 1938 - Elliott Gould, US-amerikanischer Schauspieler (erster Ehemann von Barbra Streisand)
- 1938 - Robert Rubin, US-amerikanischer Finanzminister 1995-1999
- 1939 - Joel Schumacher, US-amerikanischer Regisseur
- 1940 - Til Erwig, deutscher Schauspieler
- 1941 - Christel Deichmann, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1941 - Sibylle Bergemann, deutsche Fotografin
- 1942 - Gottfried John, deutscher Schauspieler
- 1942 - Cornelie Sonntag-Wolgast, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1943 - Dick Halligan, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Chris Copping, britischer Musiker
- 1946 - Ingeburg Gehlen, Deutscher Kirchenvorstand St. Nikolai
- 1947 - Tony Eyers, britischer Musikproduzent
- 1947 - Dave Jenkins, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1957 - Miki Malör, österreichische Theatermacherin
- 1958 - Michael Jackson, US-amerikanischer Musiker
- 1962 - Jutta Kleinschmidt, deutsche Profi-Marathon-Rallyefahrerin
- 1963 - Karl Markovics, österreichischer Schauspieler
- 1963 - Klaus Schüle, deutscher Politiker, CDU, MdL
- 1964 - Doris Ahnen, deutsche Politikerin SPD
- 1968 - Willi Landgraf, deutscher Fußballspieler
- 1971 - Oliver Berben, deutscher Filmproduzent (Sohn von Iris Berben)
- 1981 - Emilie Dequenne, belgische Schauspielerin
- 1983 - A+, eigentlich André Levins, US-amerikanischer Rapper

Gestorben


- 886 - Basileios I., Byzantinischer Kaiser
- 1395 - Albrecht III., Herzog von Österreich
- 1499 - Alesso Baldovinetti, italienischer Maler
- 1523 - Ulrich von Hutten, deutscher Humanist und Schriftsteller
- 1526 - Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen
- 1533 - Atahualpa, letzter Inka-Herrscher im heutigen Peru
- 1761 - Louis Couperin, französischer Komponist, Organist und Geigenspieler
- 1797 - Joseph Wright, britischer Maler
- 1799 - Giovanni Angelo Conte Braschi, Papst von 1775 bis 1799
- 1799 - Pius VI., Papst von 1775 bis 1799
- 1816 - Johann Hieronymus Schröter, deutscher Jurist und hoher Beamter
- 1828 - Ludwig August Struve, deutscher Arzt
- 1862 - Francesco Carlini, italienischer Astronom und Geodät
- 1865 - Gustav Harkort, deutscher Unternehmer, Bankier und Eisenbahn-Pionier
- 1868 - Christian Friedrich Schönbein, deutsch-schweizerischer Chemiker
- 1873 - Hermann Hankel, deutscher Mathematiker
- 1875 - Gustave Lannes De Montebello, französischer General
- 1877 - Brigham Young, Mormonen-Führer, Gründer von Utah und der Stadt Salt Lake City
- 1904 - Murad V., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1915 - Julius Payer, österreichisch-ungarischer Polar- und Alpenforscher
- 1917 - Albert Grey, 4. Earl Grey, britischer Politiker und Staatsmann
- 1918 - Max Dauthendey, deutscher Dichter und Maler
- 1920 - Gustav Jenner, deutscher Komponist
- 1920 - Léon-Adolphe Amette, Erzbischof von Paris und Kardinal
- 1922 - Vic Gonsalves, niederländischer Fußballspieler
- 1953 - Richard Euringer, nationalsozialistischer deutscher Schriftsteller
- 1957 - Willi Agatz, deutscher Politiker
- 1960 - Vicki Baum, österreichische Harfenistin und Schriftstellerin
- 1966 - Saiyid Qutb, Theoretiker der ägyptischen Muslimbruderschaft
- 1972 - Herta Ilk, deutsche Politikerin
- 1972 - Lale Andersen, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1973 - Stringer Davis, englischer Schauspieler
- 1975 - Eamon de Valera, irischer Politiker, Premierminister und Staatspräsident
- 1976 - Jimmy Reed, US-amerikanischer Sänger
- 1980 - Franco Basaglia, italienischer Psychiater
- 1982 - Ingrid Bergman, schwedische Schauspielerin
- 1982 - Nahum Goldmann, Gründer und Präsident des Jüdischen Weltkongresses
- 1987 - Lee Marvin, US-amerikanischer Schauspieler
- 1992 - Félix Guattari, französischer Psychiater
- 1995 - Thomas Strittmatter, deutscher Schriftsteller
- 2002 - Lance Macklin, englischer Rennfahrer
- 2002 - Siegfried Pitschmann, deutscher Schriftsteller
- 2003 - Michel Constatin, französischer Filmschauspieler
- 2003 - Mohammed Baqir al-Hakim, schiitischer Geistlicher
- 2004 - Hans Vonk, niederländischer Dirigent
- 2005 - Jacques Dufilho, französischer Schauspieler

Feier- und Gedenktage


- Namenstag: Sabine
- Slowakische Republik: Tag des Slowakischen Nationalaufstandes
- Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers

Siehe auch


- 28. August - 30. August
- 29. Juli - 29. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0829 ja:8月29日 ko:8월 29일 simple:August 29 th:29 สิงหาคม

Türken

Die Türken (Eigenbezeichnung: Türk) sind ein Turkvolk in der Türkei (51 bis 58 Millionen, 70%-80% der Bevölkerung), in Deutschland offiziell 2,055 Mil. (mit türkischer Abstammung 2,8 Millionen), und vereinzelt in vielen anderen Staaten. Insgesamt beträgt die Zahl der türkischen Staatsbürger laut offiziellen Angaben 72 Millionen im Inland und 4 Millionen im Ausland. Die in der Türkei lebenden Türken werden auch als Türkeitürken bezeichnet. Sie sprechen das Türkisch Istanbuler Mundart, was auch als Hochtürkisch bezeichnet wird. Auch die Türkei-Türken sind - wie die ihnen stammverwandten Völker Zentralasiens - ein Turkvolk. Die Turkvölker sind eine weit verbreitete eurasische Völker- und Sprachgruppe. Die Theorie, sie bildeten mit den finno-ugrischen Völkern eine ural-altaische Völkerfamilie, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Im Laufe der Geschichte haben sie auch sehr viele arabische und persische Elemente aufgenommen, die jedoch die türkische Identität nicht verdrängen konnten. Seit 1965 wird bei türkischen Volkszählungen zwischen den einzelnen Turkvölkern (Kasachen, Kirgisen, Mescheten, Aserbaidschaner u.a.) bzw. zwischen den Stämmen (z. B. Afscharen) auf dem Staatsgebiet der Türkei nicht mehr unterschieden; sie bilden nun einheitlich das „türkische Staatsvolk“ bzw. die „türkische Nation“...allein die Volksgruppe der Uiguren besitzt in der Türkei einen bescheidenen Minderheitenstatus.

Geschichte

„Türke“ ist ursprünglich der Name eines Nomadenvolkes, das im 5. Jahrhundert zwischen Irtysch, Oghusen und Jenissei entstand und von den Chinesen T'u-chueh, Tu-küe oder Tür-küt genannt wurde, der so viel bedeutet wie „die Mächtigen“. Offensichtlich haben die Hsiung-nu oder Hunnen bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. im Norden und Westen Chinas gelebt und ziemlich früh die Steppen bis zum Kaspischen Meer und zum Ural besiedelt. Ihre Geschichte, die sich bis 1800 vor Christus zurückverfolgen lässt, ist unter Chinesische Geschichte zu finden. Nach der Vernichtung des Göktürken-Reiches am Orchon im 8. Jahrhundert entstand im Osten das turkstämmige Reich der Uighuren, das sich vom Baikalsee bis zum Gelben Fluss erstreckte. Die Uighuren und Karluken drängten andere türkische Gruppen weit in die Tiefebene von Turan. Sie zogen später über Nord-Persien nach Kleinasien und auf die Balkanhalbinsel. Die Uraltürken breiteten sich gleichzeitig über das südliche Russland und den nördlichen Kaukasus unter den Namen der Agatziren, Polowezer, Petschenegen, Karapapaken/Terekeme und Chasaren aus.

Literatur

[1] http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/tu.html#People
- Europa und die Türken in der Renaissance, hrsg. von Bodo Guthmüller und Wilhelm Kühlmann, Tübingen : Niemeyer 2000, 451 S., ISBN 3-484-36554-4

Siehe auch


- Türkische Reiche
- Türkischsprachige Kultur in Deutschland

Weblinks


- [http://www.geocities.com/turkfolkloru/jpg/turkdunyasi.jpg Siedlungsgebiete der Turkvölker nach offizieller türkischer Auffassung] Kategorie:Asiatische Ethnie Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Turkvolk ja:テュルク

Süleyman der Prächtige

right Süleyman I. der Prächtige (aus hebr. Salomo; auch Suleiman oder Soliman genannt) (
- 6. November 1496 (evtl. auch April 1495?); † 5. September 1566 vor Szigeth; genannt Kanuni (Gesetzgeber), dt. der Große oder der Prächtige, in mancher europäischen Literatur auch Suleiman II.) war der berühmteste Sultan der Osmanen. Heutzutage bezeichnet die Geschichtsschreibung über das Osmanische Reich ihn mit der Zahl I.; insbesondere in der europäischen Literatur findet man aber auch einen Sohn Bayezids mit dieser Bezeichnung, da er von den europäischen Vasallen des Reichs als Sultan anerkannt wurde (siehe Osmanisches Interregnum).

Leben

Süleyman I. wurde 1496 als Sohn Selims I. geboren. Er war bei des Vaters Tod (21. September 1520) Statthalter von Magnesia, gab die durch seinen Vater eingezogenen Güter an die Beraubten zurück und bestrafte Staatsdiener, welche sich Unordnungen hatten zu schulden kommen lassen. Die Verweigerung des bei einem Thronwechsel üblichen Tributs gab ihm den Vorwand zu einem Feldzug gegen Ungarn, der ihm den Besitz von Schabatz, Semlin und Belgrad verschaffte. In der Folge rüstete er sich zur Eroberung der Insel Rhodos, welche, nach sechsmonatiger Belagerung, am 25. Dezember 1522 kapitulierte. Die verteidigenden Ritter des Johanniter-Ordens erhielten freien Abzug und siedelten sich auf Malta an (wo sie ca 40 Jahre später nochmals von Süleyman belagert wurden, diesmal allerdings erfolglos). Hierauf zog er im April 1526 mit 100.000 Mann und 300 Kanonen erneut gegen Ungarn. Am 29. August errang er den Sieg in der Schlacht bei Mohács, worauf am 10. September Pest und Ofen dem Sieger die Tore öffneten. Ungarn wurde zwischen dem Osmanischen und, zu einem kleineren Teil, dem Habsburger Reich aufgeteilt, was in der Folge zur Entwicklung der österreichisch-ungarischen Monarchie führte. Nach Unterdrückung eines Aufstandes in Kleinasien unternahm er zu Gunsten Johann Zápolyas, Bans von Siebenbürgen, den eine Partei zum Könige gewählt hatte, 1529 einen dritten Feldzug nach Ungarn, nahm am 8. September Ofen und drang am 27. mit 120.000 Mann bis Wien vor. Diese Erste Wiener Türkenbelagerung mußte aber nach einem Verlust von 40.000 Mann am 14. Oktober aufgegeben werden. Nun wandte er sein Interesse nach Osten. Bereits im Herbst 1533 sandte er ein Heer unter dem Großwesir Ibrahim nach Asien, wo die Festungen Ardschisch, Achlath und Wan fielen und er am 13. Juli 1534 die persische Hauptstadt Tabriz einnahm. Auch Bagdad wurde noch in selben Jahr besetzt und von dort das eroberte Land organisiert. Währenddessen hatte Süleimans Flotte unter Khair ad-Din Barbarossa den Spaniern 1533 Koron genommen und 1534 Tunis unterworfen, welches aber 1535 durch Karls V. Expedition bald wieder verloren ging. 1541 unterwarf Suleiman mehr als die Hälfte Ungarns, und Zápolyas Sohn mußte sich mit Siebenbürgen begnügen. 1547 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand geschlossen, nach welchem Süleyman ein jährlicher Tribut von 50.000 Dukaten bewilligt wurde. Hierauf unternahm er einen zweijährigen Krieg gegen Persien und erneuerte 1551 den Krieg in Ungarn, wo erst 1562 ein Friedensabkommen zu Stande kam. Schon über 70 Jahre alt, unternahm Suleiman 1566 einen abermaligen Heereszug gegen Ungarn, fand aber während der Belagerung von Szigetvár am 5. September 1566 den Tod. Süleiman beschließt die Periode der Blüte der osmanischen Herrschaft. Die Türken verehren in ihm ihren größten Fürsten. Einerseits Feldherr und Krieger, gilt er auch als weiser Gesetzgeber und Staatsmann. Er übte Gerechtigkeit, hielt die Beamten in Pflicht und Gehorsam, förderte Landwirtschaft, Handwerk und Handel und war freigiebig gegenüber Gelehrten und Dichtern. Zugleich war er auch ein grausamer Herrscher; so ließ er, um seiner Favoritin Roxelane, einer geborenen Russin, zu Gefallen, alle ihm von anderen Frauen geborenen Kinder umbringen, um ihrem Sohn Selim II. die Nachfolge zu sichern. ---- Dieser Artikel basiert auf dem Artikel [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?SeiteNr=0012&BandNr=15&textmode=true&markWords=Soliman+2) Soliman], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888-90, Bd. 15, S. 12 Kategorie:Sultan Kategorie:Osmane Kategorie:Türkenkriege (Person) Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1496 Kategorie:Gestorben 1566 ja:スレイマン1世

Schlacht bei Mohács (1526)

In der Schlacht von Mohács erlitt Ungarn unter König Ludwig II. und Pal Tomori gegen die Osmanen unter Süleyman I. am 29. August 1526 bei Mohács in Südungarn eine vernichtende Niederlage. Die türkischen Osmanen hatten 1521 ihr Reich durch die Eroberung Belgrads in nordwestliche Richtung erweitert. Bereits 1526 folgte ein weiterer Feldzug, der sich gegen Ungarn richtete. Süleyman hatte von Ungarn Tribut gefordert, und als Ungarn die Zahlung verweigerte, marschierte er mit einer etwa 100.000 Mann starken Armee Richtung Norden, zu der allein 35.000 Reiter ("Sipahis") und 15.000 Janitscharen gehörten. Ludwig zog mit seinen etwa 25.000 Soldaten, ohne auf Verstärkung aus Kroatien und Siebenbürgen zu warten, von Buda aus Richtung Süden. Sein Heer umfasste etwa 4.000 schwer gepanzerte Reiter, meist zu den Banderien gehörend. Banderien Bei Mohács trafen Ungarn und Türken aufeinander. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit des türkischen Heeres wollten die Ungarn in einer Wagenburg eine defensive Position einnehmen, doch die aus Adeligen bestehende, ungarische Reiterei bestand auf einen Angriff. Der schweren, ungarischen Reiterei gelang es, sich relativ problemlos durch die türkische Reiterei zu kämpfen. Nach einiger Zeit stießen die ungarischen Reiter auf eine türkische Wagenburg, die mit zahlreichen Kanonen bestückt war und von Janitscharen verteidigt wurde. Im Geschützfeuer wurden zahlreiche Ungarn getötet (erstes geschichtlich registriertes Artillerie-Sperrfeuer), und es setzte eine allgemeine Panik ein. Viele der fliehenden Ungarn wurden von türkischen Soldaten getötet, während andere auf der Flucht in einem kleinen, sumpfigen Fluss in der Nähe von Mohács ertranken. Unter den Ertrunkenen befand sich auch König Ludwig II. Für Ungarn waren die Folgen der Niederlage verheerend:
Die Länder des kinderlosen Ludwig – Böhmen und Ungarn – fielen gemäß den Erbverträgen mit Maximilian I. an die Habsburger. Jedoch die ungarischen Stände, die keinen Fremden auf dem ungarischen Thron wollten, wählten Johann Zápolya zum Gegenkönig. Es begann ein verheerender Bürgerkrieg, der erst 1538 mit dem Frieden von Großwardein beendet wurde. Als Süleyman I. 1541 Buda besetzte, wurde Ungarn dreigeteilt. Die Mitte des Landes mit Buda und Pest war nun eine Provinz des Osmanischen Reichs, im Osten (Siebenbürgen) entstand ein Vasallenstaat unter osmanischer Herrschaft, nur der äußerste Westen und die heutige Slowakei standen unter der Herrschaft der ungarischen Könige aus dem Haus Habsburg. An den Grenzen herrschte ein permanenter Kleinkrieg. Die Osmanen hielten das Land über 150 Jahre besetzt, ehe es die Habsburger zurückerobern und in ihre Staaten eingliedern konnten. Da durch den Tod von König Ludwig II. die ungarische Krone an das österreichische Herrscherhaus überging, war die Schlacht von Mohács die Geburtsstunde der österreichischen Donaumonarchie, die auch Ungarn umfasste. Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten, Liste der Schlachten von weltgeschichtlicher Bedeutung Mohacs 1 Mohacs 1 Mohacs 1 Kategorie:1526

Ungarn

Die Republik Ungarn (ungarisch amtlich Magyar Köztársaság, , allgemein üblich Magyarország) ist ein Staat im Pannonischen Becken in Mitteleuropa und grenzt an Österreich, die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien.

Staats- und Landesname

Die Selbstbezeichnung der Ungarn weicht stark von den ausländischen Namen für Ungarn ab. So taucht magyar (früher magyeri) schon im 9. und 10. Jahrhundert in islamischen Quellen auf. Es ist wahrscheinlich ein Kompositum aus magy (< ugrisch
- mańćε
= „Mensch, Mann, Geschlecht“) und er(i) (ebenfalls „Mensch, Mann, Geschlecht“). Allerdings ist zu beachten, dass das Wort anfangs nur die Bezeichnung eines von sieben (unterschiedlichen) nomadischen Stämmen war, die im 9. Jahrhundert und Anfang des 10. Jahrhundert räuberische Einfälle in Europa, vor allem in Großmähren, unternahmen. Die Stämme hießen Megyer (Magyar), Tarján, Jenő, Kér, Keszi, Kürt-Gyarmat und Nyék. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts ist es dem Stamm der Magyaren – d. h. den Nachkommen Árpáds – gelungen, die restlichen Stämme unter seiner Oberherrschaft zu vereinigen. Von da an kann von Magyaren (wenn auch noch nicht im ethnischen Sinne) gesprochen werden. Der Name „Ungarn“ gelangte aus dem Slawischen in die europäischen Sprachen. Das slawische Wort lässt sich auf die bulgarotürkische Stammesbezeichnung onogur (on = „zehn“ + ogur = „Stamm“) zurückführen, die dadurch entstand, dass die Vorfahren der Ungarn im 5. und 6. Jahrhundert in enger Verbindung mit dem Reich der Onoguren lebten, dessen führender Stammesverband „Onoguren“ hieß. Das „H-“ im lateinischen hungarus (und dadurch auch in manchen anderen Sprachen) entstand dadurch, dass der Name irrtümlicherweise mit den Hunnen (Hunni) gleichgesetzt wurde. Das Team um Luigi Luca Cavalli-Sforza weist darauf hin, dass höchstens 10 % der heute in Ungarn lebenden Menschen von den landnehmenden magyarischen Sippen abstammen, was den Schluss zulässt, dass es zu einer weitgehenden kulturellen Verschmelzung mit den ursprünglichen Bewohnern (Kelten, Slawen, Awaren, Skythen, Hunnen, Germanen, Romanen usw.) des Karpatenbeckens gekommen ist. Dies würde wiederum bedeuten, dass alle anderen Abstammungslegenden (z. B. Hunnen) einen wahren Kern in sich bergen. Siehe auch: Magyaren

Geographie

Magyaren Landesgrenzen Die Länge der Außengrenze beträgt 2.009 km. Davon entfallen auf:
- Österreich: 366 km
- Slowakei: 515 km
- Ukraine: 103 km
- Rumänien: 443 km
- Serbien: 151 km
- Kroatien: 329 km
- Slowenien: 102 km Landschaften
- Die Landschaften Ungarns sind:
  - das Alpenvorland
  - das Kleine Tiefebene
  - die Transdanubische Hügellandschaft mit dem Mecsek - Gebirge
  - das Grosse Tiefebene
  - das Transdanubische Mittelgebirge: Bakony, Vértes, Dunazug - Gebirge
  - das Nordungarische Mittelgebirge: Börzsöny, Cserhát, Mátra mit dem höchsten Gipfel Kékes (1014 m), Bükk, Zempléner Gebirge Gewässer Flüsse
- Die zwei größten Flüsse Ungarns sind:
  - Donau (ungarisch: Duna)
  - Theiß (ungarisch: Tisza)
- andere wichtige Flüsse sind: Zala, Mur, Raab, Sajó, Kőrös Seen
- Die grössten Seen von Ungarn sind:
  - Balaton (deutsch: Plattensee)
  - Velencei-tó (deutsch: Velencer See)
  - Fertő-tó (deutsch: Neusiedler See) Niedrigste Landesteile
- Theiß – 78 m ü. NN Siehe auch: Geographie Ungarns und Nationalparks in Ungarn Städte
- Die sieben größten Städte Ungarns sind Budapest, Debrecen, Miskolc, Szeged, Pécs und Győr.
- Weitere Städte sind in der Liste der Orte in Ungarn aufgeführt.

Klima

Liste der Orte in Ungarn Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat Ungarn ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar zwischen -1 °C und -3 °C sowie im Juli zwischen 21 °C und 23 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landesteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können.

Bevölkerung

Kontinentalklima Die Bevölkerung Ungarns besteht mehrheitlich aus Ungarn (89 %, auch: Magyaren). Daneben gibt es Roma (5 %), Deutsche (Donauschwaben) (2,6 %), Rumänen (2 %), Serben (1 %), Slowaken (1 %) Ruthenen (0,9 %), Jenische (0,5%). Für 2001 wurde ein Bevölkerungswachstum von –0,32 % geschätzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Minderheit der Roma stärker vertreten, und im Land lebten außerdem rund 800.000 Juden.

Religionen und Konfessionen


- 67,5 % römisch-katholische aber ungarisch-katholische Katholiken
- 20 % Calvinisten
- 5 % Lutheraner
- 7,5 % Atheisten oder andere

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Ungarns Die Magyaren wanderten, angeführt von dem Großfürsten Árpád Ende des 9. Jahrhunderts in das Karpatenbecken ein und führten Raubzüge durch ganz Europa. Sie wurden auch von Árpáds Nachfolgern erfolgreich weitergeführt, bis 955 Otto I. die Angriffe der Ungarn durch einen vernichtenden Sieg auf dem Lechfeld einschränken konnte. Das Königreich Ungarn wurde 1000 von Stephan I. gegründet. Im „Mongolensturm“, mehreren Angriffen der Goldenen Horde der Mongolen in den Jahren 1241 und 1242, verlor fast 50 % der Bevölkerung Ungarns ihr Leben. Daher riefen die ungarischen Fürsten unter anderem deutsche Siedler ins Land, die sich in der Folgezeit magyarisierten. Im Jahre 1301 starb der letzte Herrscher des Hauses Árpád. In der Folgezeit hatte Ungarn nur noch einen ungarischen König, Matthias Corvinus. 1370–1386 und 1440–1444 wurde Ungarn unter den Anjou und Jagiellonen in Personalunion mit Polen regiert. 1490–1526 regierten die polnisch-litauischen Jagiellonen Ungarn und Böhmen in Personalunion. Allmählich verwandelte sich das Königreich in ein großes und unabhängiges Land mit ausgeprägter westlicher Kultur. Matthias Corvinus (14581490) führte diese Entwicklung fort. Unter seiner Herrschaft wurde Ungarn während der Renaissance ein Zentrum der Kultur in Europa. Das Ende der Unabhängigkeit Ungarns kam um die Mitte des 16. Jahrhunderts gleichzeitig mit den osmanischen Eroberungen. Der größte Teil Ungarns kam unter türkische Herrschaft, die noch nicht eroberten Teile kamen entweder unter habsburgische Herrschaft (wie der Westen Oberungarns) oder wurden von Ungarn getrennt und als Fürstentum Siebenbürgen unter osmanische Oberhoheit gestellt. Nach 145 Jahren türkischer Besetzung Ungarns fiel Buda im Jahre 1686, und Ungarn wurde von den Habsburgern zurückerobert. Die Ungarn missbilligten aber die harte Herrschaft der Habsburger, so dass es von 1703 bis 1711 zum Kuruzenaufstand unter Fürst Franz II. Rákóczi kam, einem Adeligen aus Siebenbürgen. Da die Spannungen durch den niedergeschlagenen Aufstand nicht beseitigt wurden, entluden sie sich in der Revolution von 1848/1849, die allerdings auch, zwar mit Hilfe Russlands, blutig niedergeschlagen wurde. Nach anhaltenden Unruhen im Land wurde Ungarn durch den österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 Teil Österreich-Ungarns und damit nahezu unabhängig. Allerdings hielt dieser Vielvölkerstaat den inneren Unruhen nicht lange Stand und zerfiel nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg in seine nationalen Bestandteile. Ungarn erklärte am 31. Oktober 1918 den Austritt aus der österreichisch-ungarischen Monarchie. Schon kurz darauf, am 16. November 1918, wurde eine demokratische Republik ausgerufen. Erster Präsident wurde Graf Mihály Károlyi. Die sozialen Missstände in Folge des verlorenen Krieges hielten jedoch an. Die Regierung wurde von Kommunisten unter Führung Béla Kuns gestürzt und eine Räterepublik gegründet, die allerdings nicht lange Bestand haben sollte. Unter Billigung der Entente-Staaten marschierten tschechoslowakische, serbische und rumänische Truppen ins Land ein und stürzten die Räterepublik bereits nach 4 Monaten Regierungszeit. Im Januar 1920 wurde Miklós Horthy von der Nationalversammlung zum Reichsverweser gewählt. Die Regierung erkannte daraufhin den Friedensvertrag von Trianon an, nach dessen Bedingungen Ungarn zwei Drittel seines Staatsgebiets abtreten musste. Ungarn näherte sich aufgrund wirtschaftlicher Krisen und revisionistischer Propaganda politisch immer mehr dem nationalsozialistischen Deutschland an. Daraus folgte auch der Kriegseintritt am 27. Juni 1941 auf Seiten der Achsenmächte. Als Ungarn ab Mitte März 1944 von deutschen Truppen besetzt und eine Kollaborationsregierung unter Döme Sztójay eingesetzt wurde, begann die Deportation der jüdischen Bevölkerung. Über 200.000 der auf dem Staatsgebiet von 1937 lebenden Juden kamen in Konzentrations- und Vernichtungslagern ums Leben. Weitere über 200.000 Opfer stammten aus den Gebieten, die Ungarn nach den Wiener Schiedssprüchen besetzt hatte. Nach dem Sturz Horthys 1944 wurde die Kriegsbeteiligung unter der faschistischen Bewegung der Pfeilkreuzler von Ferenc Szálasi fortgesetzt. Für Ungarn endeten die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs mit dem Einmarsch der Roten Armee am 4. April 1945. Ungarn kam unter sowjetischen Einfluss, und am 20. August 1949 wurde eine Verfassung nach russischem Vorbild beschlossen. Bis 1953 verfolgte Ungarn unter Mátyás Rákosi einen stalinistischen Kurs. Am 23. Oktober 1956 kam es zu einem Volksaufstand, in dessen Verlauf Imre Nagy, der bereits von 1953 bis 1955 Ministerpräsident war, erneut zum Ministerpräsidenten ernannt wurde. Er bildete eine Mehrparteien-Regierung, forderte die parlamentarische Demokratie und die Neutralität Ungarns. Der Aufstand wurde jedoch durch die sowjetische Armee blutig niedergeschlagen, und viele Ungarn verließen nach dem gescheiterten Volksaufstand das Land und emigrierten nach Westeuropa und Nordamerika. Danach erfolgten erste Wirtschaftsreformen, die unter János Kádár (1956–1988) durchgeführt wurden. 1987 bildeten sich Oppositionsgruppen, die den friedlichen Systemwechsel vorantrieben. Auch in der kommunistischen USAP gab es immer mehr oppositionelle Stimmen, die freie Wahlen und den Abzug der sowjetischen Truppen forderten. Dies leitete die Grenzöffnung nach Österreich und damit die Zerschneidung des Eisernen Vorhangs ein. Somit hatte Ungarn entscheidenden Anteil an der politischen Wende 1989 in den ehemaligen Ostblockstaaten und damit auch der friedlichen Revolution in der DDR, die den Weg zum Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ebnete. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR ist Ungarn stark westlich orientiert, was sich am Beitritt zur NATO 1999 und vor allem am Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 im Zuge der EU-Osterweiterung zeigt. Zuvor fand am 12. April ein Referendum zum EU-Beitritt statt, bei dem zwar nur 45,6 % der acht Millionen Wahlberechtigten zur Wahl gingen, aber zu 84 % für den Beitritt stimmten. Siehe auch: Liste der ungarischen Herrscher, Liste der ungarischen Staatspräsidenten

Politik

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 wurde auch das ungarische Staatswesen erneuert. Am 23. Oktober 1989 trat eine modifizierte Verfassung in Kraft, deren Vorbild unter anderem das deutsche Grundgesetz war. Die Regierung ist dem Parlament verantwortlich, für die Regierungstätigkeit trägt der Ministerpräsident Verantwortung. Um die größtmögliche Stabilität der Regierung zu gewährleisten, wurde die Institution des konstruktiven Misstrauensvotums geschaffen. Stabilität]] Das Parlament wählt den Präsidenten der Republik, den Ministerpräsidenten, die Mitglieder des Verfassungsgerichts, den Ombudsmann der Minderheiten, den Präsidenten des Obersten Gerichts und den Generalstaatsanwalt. Das Einkammerparlament hat 386 Abgeordnete, die auf vier Jahre gewählt werden. In Ungarn gibt es ein gemischtes Wahlsystem, ähnlich wie in Deutschland. Seit dem August 2000 war der parteilose Ferenc Mádl als Präsident, der für 5 Jahre gewählt wird, im Amt; er kandidierte allerdings nicht bei der Wahl zum Staatspräsidenten 2005, so dass sich die MSZP, die aktuelle Regierungspartei, auf Katalin Szili als Präsidentschaftskandidatin einigte. Bei der Wahl, die am 6. und 7. Juni stattfand, unterstützte allerdings der kleinere Koalitionspartner, der liberale SZDSZ sie nicht, weil sie als Parteipolitikerin nicht die Überparteilichkeit eines Staatspräsidenten verkörpern könne. Der SZDSZ nahm an der Wahl nicht teil. So gewann László Sólyom die Wahl, ehemaliger Präsident des ungarischen Verfassungsgerichts, der von der Opposition unterstützt wird. Seit den letzten Parlamentswahlen am 27. Mai 2002 ist die MSZP (Ungarische Sozialistische Partei) zusammen mit dem SZDSZ (Bund Freier Demokraten) die Regierung. Der aktuelle Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, der seit dem 29. September 2004 im Amt ist, ist Nachfolger von Péter Medgyessy, der nach Versuchen der Regierungsumstrukturierung zurückgetreten war. Außenminister ist Ferenc Somogyi, der am 2. November 2004 die Nachfolge von László Kovács, dem neuen ungarischen EU-Kommissar angetreten ist.

Verwaltungsgliederung

Ungarn ist in 19 Komitate und 23 Städte mit Komitatsrecht eingeteilt. 1999 wurde das Land in sieben statistische Planungsregionen eingeteilt, auch um die Auflagen der Europäischen Union zu erfüllen. Europäischen Union Europäischen Union Siehe auch: Liste der Städte und Orte in Ungarn, Liste der Komitate Ungarns
Weblink: [http://www.ungarische-botschaft.de/gif/megy.gif Politische Karte Ungarns, eingeteilt in Komitate]

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Die Verkehrsinfrastruktur ist relativ gut ausgebaut. Insgesamt gibt es derzeit vier Autobahnen auf ca. 450 km, nummeriert mit M1 (Budapest – Győr – Staatsgrenze Österreich A4 [Ostautobahn]), M3 (Budapest – Gyöngyös – Miskolc; in Bau), M5 (Budapest – Kecskemét – Szeged), M7 (Budapest – Siófok – Nagykanizsa; teilweise noch in Bau) und die M0, als Umfahrung um Budapest. Außerdem sind weitere Autobahnen in Planung und teilweise schon in Bau, z. B. die M6, die südlich entlang der Donau verläuft. Alle Autobahnen laufen sternförmig auf Budapest zu und münden in die M0.

Schienenverkehr

Die Eisenbahnlinien laufen, wie die Autobahnen auch, sternförmig auf die zentral gelegene Hauptstadt zu. Betreibergesellschaft ist die ungarische MÁV.

Flugverkehr

Internationaler Flughafen ist Budapest Ferihegy südöstlich von Budapest. Er ist auch der Sitz der größten ungarischen Fluggesellschaft Malév. Außerdem gibt es noch regionale Flugplätze, z. B. den Flughafen Balaton. Siehe auch: Liste ungarischer Flughäfen

Energieversorgung

Die Energieversorgung beruht hauptsächlich auf Wärmekraftwerken, in denen aus Kohle und größtenteils importiertem Erdöl und Erdgas Strom erzeugt wird. Ferner ist die Kernenergie mit einem Anteil von 38 % von größerer Bedeutung (Atomkraftwerk in Paks).

Wasserwirtschaft

Wasserversorgung

Aufgrund seiner beckenartigen Struktur verfügt Ungarn im Vergleich zu anderen Staaten Mitteleuropas über relativ große Wasserressourcen, die bei ca. 120 Milliarden m3 Frischwasser im Jahr liegen. Davon entfallen jedoch 90 % auf Flüsse, die außerhalb der Staatsgrenzen entspringen (Donau, Drau, Theiß). Das bedeutet, dass die Wasserqualität dieser Flüsse nur in begrenztem Ausmaß durch nationale Maßnahmen zu beeinflussen ist. Darüber hinaus hat Ungarn nationale Probleme, die vor allem aus der langjährigen Vernachlässigung der Abwasserbehandlung resultieren. In Ungarn stammt 90 % des Trinkwassers aus Grundwasserressourcen. Insgesamt beträgt die jährliche Wasserentnahmemenge etwa 5500 Mio. m3, wovon etwa 85 % Oberflächenwasser und 15 % Grundwasser sind. Die durchschnittliche Gesamtwasserentnahme pro Kopf liegt in Ungarn bei etwa 550 m3 im Jahr oder 1500 Liter pro Tag, was ungefähr dem Doppelten der Werte von Polen, Rumänien oder Tschechien entspricht und leicht über dem deutschen Verbrauch (500 m3/Jahr/Person) liegt. Von dieser Menge entfallen auf die öffentliche Wasserversorgung ca. 13 % (195 l/Tag/Person), auf die Industrie- und Energieerzeugung ca. 78 % und auf die Landwirtschaft ca. 9 %. Vor der Systemwende war der Wasserverbrauch noch bedeutend höher. Der deutliche Rückgang ist bedingt durch die Stilllegung von Bauxit- und Kohlebergwerken, den rückläufigen Bedarf der Industrie und den stetigen Anstieg der Wasserpreise, die seit 1990 von den Gemeinden festgelegt werden und durch den Abbau von Subventionen erheblich gestiegen sind. In Budapest z. B. betrugen im Jahre 2004 die Gebühren für Frischwasser 0,56 €/m3 und die Abwassergebühren 0,73 €/m3 (Umrechnungskurs vom 12. Mai 2004). Viele Kommunen wenden inzwischen außerdem einen progressiven Wassertarif an, der hohen Wasserverbrauch bestraft. Von den 10,2 Millionen Ungarn sind mittlerweile 98 % an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Allerdings entspricht die Trinkwasserqualität noch nicht in allen Gebieten des Landes den Mindestanforderungen der Europäischen Union. Gerade in ländlichen Gebieten bestehen oft erhebliche, teilweise regionalspezifische Schwierigkeiten bei der Versorgung. Ein großes Problem ist dabei die zum Teil auch geogen bedingte Belastung des Trinkwassers mit Arsen und Nitraten bzw. Nitriten und anderen Stoffen wie Asbest, Eisen, Mangan, Antimon, Bor, Fluoriden und Jodiden. Ein anderes Problem sind die zahlreichen wilden Mülldeponien, die in Trinkwassergebieten liegen und wegen mangelnder Abdichtung das Grundwasser verunreinigen.

Abwasserentsorgung

Der Anteil der Haushalte, die an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen sind, liegt bei etwa 51 % und betrifft ca. 60 % der Bevölkerung. Die Quote der an das Kanalnetz angeschlossenen Haushalte schwankt jedoch je nach Größe der Stadt. In der Hauptstadt Budapest liegt sie bei etwa 90 %, in anderen Großstädten Ungarns bei 75 %. In mittelgroßen Städten erreicht die Anschlussquote 45 bis 50 %, und in Dörfern liegt sie lediglich bei 35 %. Der Anschluss ans Kanalnetz besagt allerdings noch wenig über die anschließende Aufbereitung des Wassers. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung ist bisher auch an Kläranlagen angeschlossen, von denen drei Viertel sowohl mit einer primären als auch sekundären Reinigungsstufe ausgestattet ist. Eine tertiäre Behandlungsstufe, in der Phosphor und Stickstoff entfernt werden, findet man nur in den wenigsten Anlagen. Die Abwässer derjenigen Haushalte, die nicht an ein öffentliches Kanalnetz angeschlossen sind, werden etwa zu einem Drittel dezentral behandelt, überwiegend in Kleinkläranlagen, meistens Mehrkammerabsetzgruben. Etwa 3200 Gemeinden in Ungarn haben überhaupt kein Abwassersystem und keine Kläranlage. Dagegen werden Industrieabwässer zu mehr als 90 % ordnungsgemäß behandelt. Jährlich fallen in Ungarn durch kommunale Abwässer über 100.000 t Klärschlämme in Trockenmasse an, die zum Großteil auf Deponien verfüllt werden, aber auch in der Landwirtschaft als Dünger zum Einsatz kommen oder kompostiert werden.
- [http://www.wasser-zek.de/download/Geschaeftschancen%20in%20der%20ungarischen%20WT.pdf Quelle]

Wirtschaft

Ungarn erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 18.574 Mrd. Forint (2003, etwa 73,26 Mrd. Euro), was 7.233 Euro pro Kopf entspricht. 3,3 % des Bruttoinlandsprodukts entstanden in der Landwirtschaft, 32,5 % in der Industrie und 64,2 % im Dienstleistungssektor. Mit einer Exportquote (Warenausfuhren in Prozent des BIP) von 65 % ist die Wirtschaft sehr offen. Über ein Drittel der Ausfuhren gehen nach Deutschland, etwa 8 % nach Österreich und jeweils etwa 6 % nach Italien und Frankreich. Über die Hälfte der Ausfuhren entfallen auf Güter des Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie. Ein hoher Teil der Ausfuhren wird von Unternehmen in ausländischem Besitz getätigt. Wichtige Industriestandorte sind v. a. der Raum Budapest und die Grenzregion zu Österreich. Die größte ungarische Unternehmung ist der Mineralölkonzern MOS, an zweiter Stelle folgt die Audi Hungary Kft, die einiges für die ungarische Infrastruktur bewegt hat, insbesondere um Györ. Eine wichtige Rolle als Einnahmequelle spielt der Tourismus in Budapest, in der Puszta und am Plattensee (Balaton). Karte

Wirtschaftsdaten


- Bruttoinlandsprodukt (BIP) (2004): 80,9 Mrd. € (1)
- Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2004): 7.997 € (1)
- Monatliches Bruttoeinkommen (2001): 510 €
- Import (2004): 46 907 Mio. € (1)
- Export (2004): 44.516 Mio. € (1)
- Inflationsrate (2003): 4,7 % (1)
- Arbeitslosenquote (2003): 5,9 %
- Staatsausgaben
  - Militär: 1,7 %
  - Gesundheit: 9,7 %
  - Bildung: 5,2 %
  - Renten: 4,6 %
- Beschäftigungsverteilung (2001)
  - Industrie: 34,1 %
  - Land-/Forstwirtschaft: 6,2 %
  - Dienstleistungen: 59,7 %
  - Selbstständigenrate: 13,8 % (1) Quelle: [http://portal.ksh.hu/portal/page?_pageid=37,115776&_dad=portal&_schema=PORTAL Statistisches Zentralamt Ungarn]

Wirtschaftliche Entwicklung 2004/2005

Das Wachstum der ungarischen Wirtschaft hat sich 2004 auf knapp 4,2 % beschleunigt. Es blieb damit schwächer als der dur